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Steinerne Linsen

Wegbeschreibung

Von der Kirche Guttaring geht’s zu Fuß ein paar Minuten am Gehsteig die Althofener Straße entlang, bis man bald schon das erste Hinweisschild zum „Feld der Steinernen Linsen“ erreicht. Dann nach rechts, ein paar Schritte durch eine Einfamilienhaussiedlung und weiter auf einem idyllischen Feldweg, bis man zu einem netten Rastplatz kommt. Wer hier ein wenig am Boden schabt, hat bald eine Handvoll der kleinen Nummuliten gesammelt.

Stumme Zeugen uralter Erdzeiten

Guttaring steht am Grund eines Urmeers. Davon zeugen kleine, runde Steinchen, die im Volksmund „Steinerne Linsen“ genannt werden. Hobby-Erdgeschichtler können sie gerne sammeln. Und nebenbei helfen, einen alten Fluch aufzuheben.

Schwer sich vorzustellen, dass man nahe dem Ortzentrum von Guttaring eigentlich mitten im Urmeer watet: Hier, an einem leicht abfallenden Hang, finden sich kleine, gleichmäßig runde Steinchen, die vor rund 60 Millionen Jahren lebendig waren. Es handelt sich um versteinerte Einzeller des einst hier wogenden Ozeans. Nach dessen Austrocknung lagerten sie sich als Kalk- und Mergelschicht im Boden ab. In Guttaring kommen die Mini-Fossilien (auch Nummuliten genannt) an der Oberfläche zum Vorschein. Und weil sie in ihrer Form frappant daran erinnern, nannte man sie „Steinerne Linsen“. Ein perfekter Erlebnisort also für Hobby-Erdgeschichtler. Und problemlos zu erreichen! (siehe Wegbeschreibung unten)

Natürlich waren die seltsamen Steinchen schon vor Jahrhunderten ein Riesenthema im Dorf. Damals allerdings erklärte man sie sich anders. Ein frevlerischer Bauer weigerte sich einst, am St.-Getrauds-Tag mit hinauf zum St. Gertrude-Kirchlein zu pilgern (Das übrigens ein schönes Spazierziel vom Feld der Steinernen Linsen aus ist - mit toller Aussicht zum Schluss). Stattdessen ging der Bauer auf seinen Acker und säte Linsen aus. Der Sommer zog ins Land, überall gedieh die Aussaat prächtig, nur auf dem Feld des Linsen-Bauers tat sich nichts. Als er Nachschau hielt, fand er nur versteinerte Linsen. Und in diesem Moment wurde er selbst zu Stein.

Zum Glück gibt’s eine Möglichkeit, den armen Mann irgendwann zu erlösen. Man muss auf sein Feld und die Linsen einsammeln. Denn erst wenn alle runden Steinchen „geerntet“ sind, wird der Bauer von dem Fluch befreit. Das könnte ehrlicherweise zwar noch ein lange dauern – aber so ein Abstecher zum Feld der Steineren Linsen rentiert sich damit gleich mehrfach!